Ein Haus verkauft man nicht jeden Tag. Umso wichtiger ist es, die Schritte zu kennen – und zu wissen, wo die typischen Fehler lauern. Der Markt in Kassel ist dabei in Bewegung: Laut Immobilienmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses wurden 2025 in Kassel 149 freistehende Einfamilienhäuser verkauft – rund 39 % mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 405.436 €.
1. Den Marktwert ermitteln
Alles beginnt mit dem Preis. Ist er zu hoch, bleibt das Haus monatelang online und verliert an Reiz. Ist er zu niedrig, verschenken Sie Geld. Eine seriöse Bewertung berücksichtigt den Bodenrichtwert, die Wohnfläche, das Baujahr, den Zustand, Modernisierungen und die Mikrolage. Für einen ersten Eindruck können Sie meine kostenlose Online-Bewertung nutzen.
2. Unterlagen zusammenstellen
Käufer und Banken wollen Fakten sehen: Grundbuchauszug, Flurkarte, Energieausweis, Grundrisse, Wohnflächenberechnung und Nachweise über Modernisierungen. Wer diese Unterlagen früh beisammen hat, verkauft schneller. Die vollständige Liste finden Sie in meiner Checkliste.
3. Strategie und Angebotspreis festlegen
Soll das Haus zum Festpreis angeboten werden oder mit Verhandlungsspielraum? Wird es leer übergeben oder erst nach Ihrem Umzug? Diese Fragen kläre ich mit Ihnen vor dem Start – denn eine Preissenkung während der laufenden Vermarktung kostet fast immer mehr, als ein realistischer Startpreis.
4. Exposé und Fotos
Der erste Eindruck entsteht online. Professionelle Fotos bei gutem Licht, ein klarer Grundriss und ein Text, der die Stärken des Hauses zeigt, entscheiden darüber, wer zur Besichtigung kommt. Pflicht sind außerdem die Angaben aus dem Energieausweis (mehr dazu im Ratgeber Energieausweis).
5. Vermarktung
Das Haus geht auf den großen Immobilienportalen online, dazu kommen gezielte Werbung und persönliche Kontakte in der Region. Wichtig: Anfragen schnell beantworten und Interessenten vorqualifizieren.
6. Besichtigungen
Bei den Besichtigungen zeigt sich, wer wirklich Interesse hat. Wichtig ist eine ehrliche Rückmeldung nach jedem Termin: Was hat gefallen, was hat gestört? Spätestens bevor Sie einem Käufer zusagen, sollte eine Finanzierungsbestätigung seiner Bank oder ein Eigenkapitalnachweis vorliegen – so vermeiden Sie böse Überraschungen beim Notar.
7. Verhandlung und Kaufvertrag
Ist ein Käufer gefunden, werden Preis und Details verhandelt: Übergabetermin, mitverkaufte Gegenstände wie die Einbauküche, Zustand bei Übergabe. Der Notar erstellt den Vertragsentwurf, den beide Seiten in der Regel zwei Wochen vor dem Termin erhalten – bei Verträgen zwischen Verbrauchern und Unternehmern schreibt das Beurkundungsgesetz diese Frist sogar vor.
8. Notartermin, Zahlung und Übergabe
Nach der Beurkundung lässt der Notar eine Auflassungsvormerkung für den Käufer ins Grundbuch eintragen. Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, schickt er die Fälligkeitsmitteilung, und der Käufer zahlt den Kaufpreis. Erst dann werden die Schlüssel übergeben – mit Protokoll und Zählerständen. Bestehende Grundschulden werden aus dem Kaufpreis abgelöst.
Mein Tipp: Planen Sie vom ersten Bewertungstermin bis zum Notar etwa drei bis sechs Monate ein. Mit vollständigen Unterlagen und einem realistischen Preis geht es oft schneller.